Mit der privaten Kranken­versicherung durchs Studium

Kinder und Jugendliche müssen sich über ihre Krankenversicherung noch keine Gedanken machen. Sie sind bei ihren Eltern mitversichert, entweder über die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die freiwillige GKV oder die private Krankenversicherung (PKV).
 

Mit Beginn des Studiums werden Sie als Student zunächst in der GKV versicherungspflichtig. Jedoch können Sie sich zu diesem Zeitpunkt von der Versicherungspflicht befreien lassen und in die private Krankenversicherung eintreten. Auch zu einem späteren Zeitpunkt ist der Wechsel möglich, gilt aber in jedem Fall für die Dauer des Studiums. Gründe für die PKV gibt es für Studenten viele, allen voran die umfangreichen medizinischen Leistungen.
 

Wo liegen die Unterschiede zwischen PKV und GKV für Studenten?

Die Entscheidung für die private Krankenversicherung treffen Sie zumeist, wenn Ihr Studium beginnt. Tun Sie das nicht, werden Sie automatisch Mitglied in der GKV. Gerade für Studenten, deren Eltern gesetzlich versichert sind, ist dies nicht die schlechteste Option. Schließlich sind Sie dann über die Familienversicherung mitversichert und zahlen daher in der Regel bis zum Ende des 25. Lebensjahres keine Beiträge.
 
Danach zahlen Sie in der GKV einen Studententarif, der derzeit mit rund 90 Euro pro Monat zu Buche schlägt. Mit dem Ende des 14. Fachsemesters, spätestens aber zum 30. Geburtstag, endet die studentische Krankenversicherung und Sie können sich frei zwischen der PKV und der GKV entscheiden. Zu diesem Zeitpunkt ist eine private Krankenversicherung aus finanzieller Sicht meist die bessere Wahl, da der Beitrag für eine freiwillige GKV bei mindestens 142,10 Euro pro Monat liegt.
 
Die Wahl zugunsten der privaten Krankenversicherung muss innerhalb der ersten drei Monate nach Studienbeginn erfolgen. Danach ist ein Wechsel erst wieder zum Ende der Versicherungspflicht möglich. Wer sich zu Beginn des Studiums für eine PKV entscheidet, zahlt zwar anders als in der Familienversicherung Beiträge. Diese sind aufgrund spezieller Tarife und der guten Voraussetzungen von Studenten (junges Alter, gute Gesundheit etc.) sehr günstig.
 

Tipp: Beamte bilden die mit Abstand größte Berufsgruppe in der privaten Krankenversicherung. Sie haben Anspruch auf finanzielle Beihilfe durch den Dienstherrn. Das gilt auch für die Kinder von Beamten, die in der PKV Mitglied sind. Sie erhalten eine Beihilfe von bis zu 80 Prozent und müssen so nur noch einen kleinen Teil der medizinischen Kosten selbst absichern.

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Welche ist die beste private Kranken­versicherung für Studenten?

Ein guter Anhaltspunkt, um die Qualität der PKV-Versicherer zu beurteilen, sind aktuelle Testergebnisse bekannter Prüfinstitute. Jedoch liefern die sonst so umfangreichen Tests von Focus-Money, Stiftung Warentest und Co. keine Ergebnisse für die private Krankenversicherung für Studenten.
 
Einen ersten Überblick über die Anbieter geben Ihnen die Tests dennoch. Mit Ihnen lernen Sie das Preisniveau einzelner Versicherer und den Leistungsumfang der Tarife abzuschätzen. Um das für Sie beste Angebot zu finden, eignet sich aber ein individueller PKV-Vergleich deutlich besser.
 

Selbstbewusster Beamtenanwärter
 

Wo gibt es die günstigste private Kranken­versicherung?

Das Magazin Focus-Money (Ausgabe 40/2017) testete in Zusammenarbeit mit der Ratingagentur Franke und Bornberg verschiedene PKV-Tarife mit Klassik-Schutz. Beitragshöhe und Leistungen flossen zu je 40 Prozent in die Gesamtwertung ein, die Finanzstärke des Anbieters zu 20 Prozent. Der Fokus lag auf einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Tarife mussten daher keine Anforderungen an Zusatzleistungen wie die Erstattung bei alternativen Heilmethoden erfüllen.
 

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis:
Als einziger Tarif mit der Bestnote „Hervorragend“ bewertet und damit Testsieger wurde „EL Bonus“ von AXA, der für einen 35-jährigen Angestellten mit 175,95 Euro pro Monat zu Buche schlägt. Sieben weitere Anbieter erreichten ein „Sehr gut“. Die preiswertesten Angebote kamen dabei von HanseMerkur („Start Fit“), Hallesche („PRIMO.BONUS Z“) und uniVersa („uni-intro Privat 300“).

 

Welcher PKV-Anbieter liefert den besten Service?

Ebenso wichtig wie die Leistungen und Beiträge in der privaten Krankenversicherung ist der Service der Anbieter. Daher lässt Focus-Money (Ausgabe 09/2018) in Zusammenarbeit mit ServiceValue Versicherte selbst zu Wort kommen und über die Serviceleistungen der Versicherer abstimmen. Diese wurden von über 2.200 Privatversicherte in 25 verschiedenen Disziplinen wie Beratungsqualität, Kostentransparenz und Erreichbarkeit bewertet.
 

Die PKV mit dem besten Service:
Erfreulich: Gleich acht der 26 untersuchten Anbieter erreichen die Note „Sehr gut“, darunter Allianz, Debeka und Mecklenburgische. Sechs weitere Versicherer liefern Ihnen „guten“ Service. In allen fünf übergeordneten Kategorien (Preis-Leistung, Abwicklung, Kundenberatung, Produktangebot und Kommunikation) top aufgestellt zeigt sich dabei Allianz. HanseMerkur und SDK erreichen in vier der fünf Bereiche ein „Sehr gut“.
 

Welche Vorteile genießt ein Student in der privaten Kranken­versicherung?

Die vorgestellten Testergebnisse für die private Krankenversicherung sind mit Vorsicht zu genießen, da die Berufsgruppe „Student“ nicht untersucht wurde. Dennoch zeigt sich, dass viele Versicherer einerseits ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und anderseits guten Service bieten. Studenten sind in der privaten Krankenversicherung also gut aufgehoben.
 
Das gilt vor allem für den Fall, wenn die eigenen Eltern privat versichert sind. Dann ist eine beitragsfreie Familienversicherung für Sie ohnehin nicht möglich. Da die Beiträge in der PKV von Ihrem Eintrittsalter und Ihrem Gesundheitszustand abhängen, können Sie mit günstigen Angeboten rechnen, die Ihnen bessere medizinische Leistungen als die Studententarife der GKV bringen. Der Nachwuchs von privat versicherten Beamten spart über die Beihilfe zusätzlich eine Menge.
 
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Beispiel­rechnung: Können Studenten in der PKV wirklich sparen?

Studenten, deren Eltern in der GKV versichert sind, können sich bis zum 25. Lebensjahr kostenfrei in der Familienversicherung versichern. Daher verwenden wir für unsere Beispielberechnung zwei 20-jährige Studenten mit Eltern, die in der privaten Krankenversicherung Mitglieder sind. Die Erstsemester müssen sich in Ihrem Studium innerhalb der ersten drei Monate zwischen GKV und privater Krankenversicherung entscheiden.
 

Kosten für die gesetzliche Kranken­
versicherung
Kosten für die private Kranken­
versicherung
Berufs­
gruppe: Student
Berufs­
gruppe: Student
Alter: 20 JahreAlter: 20 Jahre
Eltern: Privat versichertEltern: Privat versichert
Monatlicher Beitrag: 81,58 Euro zzgl. Zusatz­
beitrag (durch­
schnittlich 7 Euro)
Monatlicher Beitrag: ab 64,63 Euro
Quelle: Eigene Berechnung mit Vergleichsrechner
 
Studenten, deren Eltern verbeamtet sind, können über ihren Anspruch auf Beihilfe noch mehr sparen und sich die umfangreichen Leistungen der PKV zum kleinen Preis sichern.
 

Fazit: Für welche Studenten lohnt sich die private Kranken­versicherung?

Sind Sie Student und Ihre Eltern gesetzlich versichert, ist eine private Krankenversicherung nur selten sinnvoll. Schließlich können Sie bis zum 25. Geburtstag die Familienversicherung kostenlos nutzen. Studenten, deren Eltern PKV-Mitglieder sind, profitieren hingegen in der privaten Krankenversicherung finanziell. Das gilt vor allem, wenn Sie über Ihre Eltern beihilfeberechtigt sind.
 
So haben Sie schon während Ihres Studiums die Möglichkeit, die individuell anpassbaren und umfangreichen Leistungen der PKV zu genießen, ohne hohe Beiträge zahlen zu müssen. Bei der Frage, welche Versicherer den passenden Tarif für Sie haben, helfen die Tests führender Institute nur wenig. Fordern Sie daher ein kostenloses und unverbindliches Angebot an, um die Versicherung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.
 
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