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Private Kranken­versicherung: Diese Voraus­setzungen gelten 2018 / 2019

Junges Pärchen wird über private Krankenversicherung beraten

In Deutschland gilt die Versicherungspflicht. Das heißt, jeder Bürger in diesem Land muss eine Krankenversicherung abschließen. Die gesetzliche Krankenversicherung (kurz GKV) steht dabei jedem offen. Aufgrund der umfangreicheren medizinischen Leistungen ist für viele Kassenpatienten allerdings der Abschluss einer privaten Krankenversicherung (PKV) weitaus verlockender.
 
Ein Wechsel in die PKV funktioniert jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. So können Sie die private Krankenversicherung nur wählen, wenn Sie nicht mehr in der GKV versicherungspflichtig sind. Das betrifft vor allem gutverdienende Angestellte, Beamte, Selbstständige und Studenten. Hier erfahren Sie, unter welchen Voraussetzungen Ihnen die private Krankenversicherung offensteht.
 
 

Welche PKV Voraussetzungen gibt es für Angestellte und Arbeitnehmer?

Als Angestellter sind Sie grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig, solange Ihr Einkommen unter der sogenannten Versicherungspflichtgrenze – auch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) genannt – liegt. Diese ist 2018 auf 59.400 Euro brutto pro Jahr beziehungsweise 4.950 Euro pro Monat festgeschrieben – 2019 steigt die Grenze auf jährlich 60.750 Euro beziehungsweise monatlich 5.062,50 Euro.
 
Ist Ihr Einkommen höher, erfüllen Sie die Voraussetzung für die private Krankenversicherung. Achten Sie jedoch darauf, dass die Versicherungspflichtgrenze jährlich angepasst wird. So reichte 2017 noch ein Jahreseinkommen von 57.600 Euro aus, 2016 waren es 56.250 Euro.
 
 
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Zum Einkommen zählen dabei alle regelmäßigen Auszahlungen wie

  • Gehalt beziehungsweise Lohn
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Pauschale Überstunden
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Sachbezüge
  • Versicherungspflichtige Zweitbeschäftigung
Provisionen und Boni sowie Familienzuschläge spielen für die Gehaltsgrenze keine Rolle.
Sie können sich für die PKV entscheiden, sobald Sie ein neues Arbeitsverhältnis aufnehmen und voraussichtlich für die kommenden zwölf Monate mit Ihrem Verdient über der Versicherungspflichtgrenze liegen. Bekommen Sie eine Gehaltserhöhung, mit der Sie voraussichtlich für das kommende Jahr über der Einkommensgrenze liegen, können Sie zum nächsten 1. Januar in die private Krankenversicherung eintreten.
 

Was sind die PKV Voraussetzungen für Beamte und Beamten­anwärter?

Beamte und Beamtenanwärter müssen mit ihrem Einkommen nicht über die Versicherungspflichtgrenze liegen. Sie können daher die Voraussetzungen für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung deutlich leichter erfüllen. Ausschlaggebend ist hierbei allein der berufliche Status.
 
Der Eintritt in die PKV ist für Sie als Beamter oder Beamtenanwärter besonders lukrativ. Schließlich haben Sie einen Anspruch auf Beihilfe durch Ihren Dienstherrn. Dadurch müssen Sie nur noch Teil der medizinischen Kosten selbst absichern, meist zwischen 20 und 50 Prozent. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist ab dem Zeitpunkt möglich, ab dem Sie verbeamtet beziehungsweise Beamte auf Widerruf werden.
 

Bevölkerungs­gruppe Versicherte in der PKV
Beamte2,17 Millionen (24,7 Prozent)
Sonstige Nichterwerbstätige (Kinder, Jugendliche, Hausfrauen, Hausmänner)1,75 Millionen (19,9 Prozent)
Pensionäre 1,54 Millionen (17,5 Prozent)
Selbstständige 1,38 Millionen (15,7 Prozent)
Arbeitnehmer1,02 Millionen (11,6 Prozent)
Rentner0,66 Millionen (7,5 Prozent)
Studenten0,25 Millionen (2,5 Prozent)
Arbeitslose0,02 Millionen (0,2 Prozent)
Gesamt8,77 Millionen Versicherte
Quelle: Statista 2017
 
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Welche Voraussetzungen für die private Kranken­versicherung müssen Selbstständige erfüllen?

Selbstständige und Freiberufler unterliegen ab dem Eintritt in die Selbstständigkeit keiner Versicherungspflicht mehr. Sie können also frei zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und privaten Krankenversicherung wählen. In der Künstlersozialkasse (KSK) versicherte Künstler und Publizisten können jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen in die PKV eintreten.
 
Weitere Voraussetzungen für die private Krankenversicherung gibt es für Selbstständige und Freiberufler nicht. Beachten sollten Sie nur, dass Sie anders als Beamte keine Beihilfe bekommen und den gesamten Beitrag selbst zahlen müssen. Dieser bemisst sich nach Ihrem Eintrittsalter, Ihrem Gesundheitszustand und dem gewünschten Leistungsumfang.
 
Sie können in die PKV ab dem ersten Tag Ihrer überwiegend selbstständigen Tätigkeit eintreten. Das ist der Fall, wenn sowohl der Zeitaufwand als auch das Einkommen der Selbstständigkeit gegenüber einem eventuellen Angestelltenverhältnis überwiegen.

 
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Wie können Studenten in die private Kranken­versicherung eintreten?

Kinder und Jugendliche sind entweder über die Familienversicherung der GKV mitversichert, freiwillig gesetzlich versichert oder privat krankenversichert. Diese Versicherungsform besteht meist bis zum Ende der Schullaufbahn. Mit Aufnahme einer Ausbildung, eines Studiums oder des Freiwilligendienstes können Sie Ihre Krankenversicherung neu wählen.
 
Entscheiden Sie sich für ein Studium, können Sie sich für die Zeit an der Hochschule privat krankenversichern lassen. Dafür müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach der Immatrikulation den entsprechenden Antrag stellen. Der Versicherungsschutz gilt dann für die Dauer des Studiums. Da nach dem 14. Fachsemester die studentische Krankenversicherung, spätestens aber ab dem 30. Lebensjahr auch die gesetzliche Versicherungspflicht für Studenten endet, können sich diese zu diesem Zeitpunkt noch für eine private Krankenversicherung entscheiden.
 
Auszubildende und Freiwilligendienstleistende erhalten in der Regel ein Arbeitsentgelt und sind damit über Ihren Arbeitgeber versichert. Der Eintritt in die PKV ist nicht möglich. Auch Jugendliche, die vor Beginn der Ausbildung oder des Freiwilligendienstes wie Ihre Eltern privat krankenversichert waren, müssen für die Dauer der Tätigkeit in die GKV wechseln.
 

Fazit: So gelingt der Einstieg in die private Kranken­versicherung

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist aufgrund der besseren medizinischen Leistungen für viele Menschen sehr lukrativ. Doch nicht allen steht der Weg in die PKV offen. Vielmehr müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
 
Mal dreht sich dabei um die Höhe des Einkommens wie bei Angestellten und Arbeitnehmern. Mal genügt schon der berufliche Status aus, etwa bei Beamten und Selbstständigen. Auch Studenten können unter bestimmten Voraussetzungen in die private Krankenversicherung wechseln. Über eine individuelle Beratung finden Sie heraus, wie auch Sie in die PKV eintreten können.
 
 
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