PKV Kündigen – das sind Ihre Möglichkeiten

Wann kann ich meine private Krankenversicherung kündigen, wie klappt der Schritt und wohin übermittle ich mein Kündigungsschreiben? Bei kaum einem Thema ist die genaue Planung so relevant wie beim Kündigen einer Privaten Krankenversicherung. Einmal in der PKV, immer in der PKV?

Vielfach gibt es diesen Tipp noch immer, auch wenn derzeit mal wieder politische Forderungen nach Abschaffung der „Privaten“ zugunsten einer „Versicherung für alle Bürger“ laut wurden (Stichwort Bürgerversicherung). Faktisch gibt es Argumente, die PKV kündigen zu wollen oder zu müssen – zum Beispiel, um die laufenden PKV Kosten zu reduzieren.

Das Dilemma der Rückstellungen zur Privaten Krankenversicherung

Kündigung der privaten Krankenversicherung

Bild: © eyetronic – fotolia.com

Im ersten Schritt ist es sinnvoll zu erwähnen, dass Kunden einer privaten Krankenversicherung eher selten den Schritt zum Versicherungswechsel in Angriff nehmen sollten. Der Grund ist in den Rückstellungen zu sehen, die bei diesem Versicherungsmodell fürs Alters der Versicherungsnehmer angespart werden über die Beiträge. Kommt es zu einem Anbieterwechsel, kann Folgendes passieren: Die Rückstellungen können zum Teil oder schlimmstenfalls sogar in voller Höhe durch den Umstieg verloren gehen. „Alles auf Anfang“ wäre in diesem Fall ein passendes, für Kunden wenig angenehmes Motto. Deshalb sollten Sie ganz genau überlegen, unter welchen Umständen Sie die PKV kündigen, um entweder die PKV oder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln zu können.

Kunden, die früher Mitglied der GKV waren und nun in den Schoss dieser Versicherung zurückkehren möchten, können dies leider nur in seltenen Ausnahmefällen tun. Generell ist der Wechsel von der Privaten zur Gesetzlichen Krankenversicherung ein steiniger Weg, den sich Versicherte so oder so gut überlegen sollten.

Ältere Versicherungsnehmer riskieren bei Kündigung besonders viel

Insbesondere PKV Versicherte die 55 Jahre oder älter sind, wird es kaum möglich sein, auf eines der vielen Angebote für die GKV umzusteigen. In der Praxis ist es noch am wahrscheinlichsten, dass in diesem Fall eine Mit-Versicherung über den Ehepartner oder die Ehepartnerin funktioniert, sofern Partner eine Familienversicherung der Gesetzlichen Krankenversicherung führen. Lassen Sie sich hierzu bitte von der gesetzlichen Versicherung des Ehepartners beraten, da dies nur in den Ausnahmefällen funktioniert. In diesem Szenario kann es indes erforderlich werden, Zusatzversicherungen abzuschließen, um mögliche Extraleistungen mit abzudecken, die zuvor von der PKV offeriert wurden. Um in die GKV zu wechseln, dürfen Versicherte des Weiteren nicht zu viel verdienen, so paradox es auch klingen mag. Ein angestellter Versicherungsnehmer etwa muss die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) im Blick behalten.

Senkung des Einkommens rechnet sich vielfach nicht

Wer ein zu hohes Jahreseinkommen verbucht, kann vor Probleme gestellt sein – im Jahr 2017 belief sich der Grenzwert auf 57.600 Euro brutto. Im aktuellen Jahr 2018 sind es 59.400,- Euro. Sie verdienen mehr? Dann gilt es das Einkommen zu drücken, was in der Realität gar nicht so einfach ist. Selbstständige PKV-Versicherten bleibt im Regelfall nichts anderes übrig, als ihren hauptberuflichen Status zugunsten einer Anstellung aufzugeben und dabei ebenfalls die Einkommensgrenze zu beachten. Es liegt nahe, dass der Wechsel vor diesem Hintergrund gerade bei schmerzlichen finanziellen Einbußen oftmals wenig sinnvoll ist. Ein Umstieg auf ein Arbeitsverhältnis in Teilzeit oder Beitragszahlungen zu einer Betrieblichen Altersvorsorge können aber Ansätze sein, um die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Kündigung der PKV zu schaffen.

Arbeitslosigkeit bringt Chancen für Wechsel der Krankenversicherung

Eine Option für die Schaffung der passenden Umstände kann ebenso sein, sich (vorübergehend) arbeitslos zu melden oder – für im europäischen Ausland lebende Versicherte – am Aufenthaltsort außerhalb Deutschlands versicherungspflichtig zu werden. Auch diese beiden Modellen wollen wohl durchdacht sein, bevor Versicherungsnehmer dem Versicherer das Kündigungsschreiben übermitteln.

Indes gibt es dennoch Situationen, in denen auf Seiten der Versicherungsnehmer der Wunsch entsteht, die PKV kündigen zu wollen.

Hier lautet eine der wichtigsten goldenen Regeln:

→ Warten Sie nicht zu lang mit dem Wechsel!

Tatsächlich zeigen die Rechenbeispiele von Versicherungsexperten, dass die Einbußen im Wechselfall am geringsten ausfallen, wenn frühzeitig gewechselt wird. Am besten sollten Sie einen Wechsel vor Beginn der zweiten Erwerbslebens-Hälfte hinter sich bringen! Denn nur dann wird es Ihnen gelingen, Profit aus den finanziellen Vorzügen der Rentner-Krankenversicherung zu ziehen, für die während des Berufslebens die besagten Rückstellungen gebildet werden.

Wann kann ich nun aber die PKV kündigen?

„Typisch deutsch“ möchte man meinen, denn natürlich hat der Gesetzgeber auch für die Kündigung der PKV klare zeitliche Vorgaben formuliert.

Die Frist fürs Kündigen liegt bei drei Monaten, wobei dies stets zum Ende des laufenden Versicherungsjahrs erfolgen muss, sofern es sich um eine normale fristgerechte Kündigung handelt. Achtung: Versicherungs- und Kalenderjahr können, müssen aber nicht zwingend identisch sein, auch wenn dies bei den meisten Versicherern heute der Fall ist, was den bürokratischen Aufwand im Sinne der Kunden etwas minimiert.

Dennoch ist ein Blick in die vertraglichen Vereinbarungen und den Vertragsbeginn unbedingt zu empfehlen. Nur dann wird die Kündigung auch akzeptiert. Sollte zufällig zum Jahresende die Kündigungsmöglichkeit bestehen, wäre der Stichtag der 30. September. Im Einzelfall finden sich in den Verträgen auch Hinweise zu Mindestlaufzeiten des Vertrags. Sollte dies gegeben sein, müssen Versicherte für eben diese Zeitspanne ausharren, bevor Sie die PKV kündigen können. So ärgerlich dies im jeweiligen Moment auch sein mag.

→ Typische Mindestlaufzeiten liegen im Bereich von 12 und 36 Monaten!

Wenn die Ausnahme den Ausstieg ermöglicht

Wann ist die Kündigung der privaten Krankenversicheurng möglich?

Bild: © WavebreakmediaMicro

Wie bei allen Versicherungspolicen gibt es auch bei der Privaten Krankenversicherung gewisse Ausnahmeregelungen, durch die Versicherte von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen können. Hier beläuft sich die Frist auf nur zwei Monate – die Fristen gelten ab Erhalt der Mitteilungen zu Vertragsänderungen bzw. ab Eintreten der für die außerplanmäßige Kündigung relevanten Bedingungen.

Ihr Versicherer kündigt eine Erhöhung der monatlichen Beiträge an oder möchte den Leistungskatalog maßgeblich beschneiden? Hier wie dort wird Ihnen ein Sonderkündigungsrecht entstehen, welches Sie für einen Wechsel zu einen anderen Anbieter oder eventuell den Umstieg in die GKV nutzen können. Im Beispiel der Beitragserhöhung würde das Vertragsverhältnis dann in den Augenblick enden, in dem die geänderten Bedingungen des Vertrags in Kraft treten. Auf Grund der hierzulande existierten Versicherungspflicht ist es also alles andere als leicht, die PKV zu kündigen. Vom wirtschaftlichen Nutzen einmal abgesehen. Bessere Leistungen, die der „alte“ Anbieter nicht gewährt, können aber durchaus ein mehr oder minder guter Anlass fürs Wechseln sein.

Nachweise der Krankenversicherung muss für erfolgreiche Kündigung vorliegen

Die Übermittlung des Kündigungsschreibens allein ist aber nicht ausreichend, wenn Versicherungsnehmer aus einer Police aussteigen möchten. Beispielsweise müssen Versicherte bei einem Wechsel einen Nachweis dazu erbringen, dass durchgehend und ohne Unterbrechungen eine Krankenversicherung existierte. Die Nachweispflicht bezieht sich auf den Zeitpunkt, zu dem die Altversicherung endet. Bei Inanspruchnahme des Sonderkündigungsrechts oder einem Auslaufen der Versicherung vor Ablauf einer Zweimonats-Frist muss der Nachweis allerspätestens zwei Monate nach der Kündigung beim bisherigen Versicherungsanbieter vorliegen.

Für alle Versicherten, die die Bedingungen für einen Wechsel von der PKV in die GKV erfüllen, kann bzw. sollte die Kündigung der privaten Versicherung spätestens erfolgen, sobald die Versicherungspflicht für den gesetzlichen Versicherungsschutz entsteht. Tatsächlich wird es von Seiten der Versicherer zu einer entsprechenden Nachweisforderung kommen.

→ Rückwirkend können Nachweise noch für drei Monate eingereicht werden!

Spätestens zwei Monate nach Eingang des Forderungsschreibens des Versicherers muss die Antwort beim Anbieter eingehen. Andernfalls wird die Kündigung für unwirksam erklärt. Sobald Versicherungsnehmer ihre Versicherungspflicht wegen geänderter Umstände nachweisen können, kann auch zum Monatsende die PKV gekündigt werden!

Diese genannten Fristen haben auch dann Gültigkeit, wenn Kunden einen Anspruch für eine GKV-Familienversicherung vorweisen können. besteht ein dauerhafter Heilfürsorge-Anspruch sind die Fristen ebenfalls identisch.

Auswandern führt nicht automatisch Kündigung der Krankenversicherung

Noch eine Situation muss angesprochen werden, um zu verstehen, wann Versicherte ihre PKV kündigen können oder nicht. Der Umzug ins Ausland an sich ist noch keine Garantie dafür, dass Kunden einen reibungslosen Ausstieg aus der privaten Krankenversicherung durchlaufen können. So bleibt der Versicherungsschutz erhalten, wenn der neue Wohnsitz in einem Land der Europäischen Union (EU) oder des EWR – des Europäischen Wirtschaftsraums – liegt. Nur wenn der neue Wohnsitz außerhalb dieser beiden Bereiche angesiedelt ist, endet der Versicherungsschutz nach entsprechender Meldung an den Versicherer. In diesem Fall müssen meist auch keine Kündigungsfristen eingehalten werden, sodass Ihnen ein Sonderkündigungsrecht entstehen kann.

Generell sei nochmals betont:

In Deutschland gilt die Pflicht zum Abschluss einer Krankenversicherung! Diese Versicherungshistorie muss lückenlos und nachweisbar sein. Deshalb sieht das System auch die Vorlage eines solchen Nachweises im Rahmen eines Versicherungswechsels zu einem anderen privaten oder einem gesetzlichen Anbieter vor. Dieses „Problem“ ist auch Kunden der GKV von einem Wechsel von einem aktiven Vertrag zu einem anderen Tarif bestens bekannt. Kündigungen werden nur dann vom alten Anbieter zugelassen, wenn eine Bescheinigung des zukünftigen Versicherers eingereicht wird. Idealerweise werden die betreffenden Bestätigungen zum neuen Versicherungsschutz unmittelbar nach den Kündigungsantrag übermittelt.

Vorübergehender Wechsel des Versicherungsstatus ist möglich

Denkbar sind auch lediglich zeitweise Wechsel aus der PKV in die GKV. Hier greift die sogenannte Anwartschaftsversicherung. Durch sie halten sich Versicherungsnehmer sozusagen eine Hintertür zur vormaligen privaten Police offen. Der Vorteil hierbei: Versicherungsnehmer ersparen sich in diesem Fall bei ihrer Rückkehr die Prüfung ihres Gesundheitszustandes, sodass mögliche Mehrkosten durch neue Erkrankungen und gesundheitliche Probleme verhindert werden. Auch bleiben die Konditionen des Vertrags erhalten – auch wenn die Kunden mittlerweile deutlich älter als beim erstmaligen Eintritt in die Versicherung sind.

Wer die PKV kündigen, aber nicht auf seine Altersrückstellungen verzichten, kann sich im Einzelfall zusätzlich für die Umwandlung der Versicherung in eine private Zusatzversicherung entscheiden. Zumindest teilweise bleiben die Rückstellungen bei einem solchen Vorgehen oftmals erhalten.

Fristgerecht kündigen und auf Eingangsbestätigung achten!

Möchten Versicherungskunden nach genauer Prüfung des Vorhabens wirklich kündigen, sollten alle wichtigen Anforderungen im ersten Ansatz erfüllt sein. Die Kündigung muss nicht nur fristgemäß erfolgen und bei der Versicherungsgesellschaft ankommen. Das Anschreiben muss auch alle relevanten Daten umfassen.

Dazu gehören vor allem diese Daten:

  • die Anschrift des Versicherers und des Kunden
  • der Hinweise zum nächstmöglichen/gewünschten Kündigungsnummer
  • die Kunden- und/oder Versichertennummer sowie die Vertragsnummer
  • der Name des aktuellen Tarifs und möglicher Extras

Mehr personenbezogene Details das Kündigungsschreiben beinhaltet, desto sicherer und schneller gelingt die Zuordnung, sodass alles wunschgemäß klappt. Empfehlenswert ist die Zustellung der Kündigung per Fax mit Sendebericht oder als Einschreiben mit Rückschein. Denn so haben Versicherte einen Nachweis über den Versand, sollte die Kündigung später nicht wie beantragt vonstattengehen.

Neuer Versicherungsschutz kann eventuell zeitversetzt in Kraft treten

Bei einem Wechsel zu einer anderen PKV sollten sich Versicherte vor der Durchführung einer ordnungsgemäßen Kündigung noch eine Tatsache vor Augen führen:

→ Für verschiedene Leistungen können Wartezeiten greifen!

Gerade beim Thema Zahnersatz sehen zahlreiche Versicherer Wartezeiten bis zur ersten Kostenübernahme vor. Ein teures Vergnügen, wenn Behandlungen keinen Aufschub dulden, sodass Versicherte selbst für die zwischenzeitlich anfallenden Kosten aufkommen müssen. Die Ersparnisse durch den Anbieterwechsel sind in einem solchen Fall schnell verschwunden, oft zahlen Versicherungsnehmer sogar ordentlich drauf. Solche Schwierigkeiten kennen viele Verbraucher bereits von Zusatzversicherungen. Bei einem Wechsel in die normale GKV sind solche Übergangsfristen hingegen nicht zu befürchten, auch auf die Gesundheitsprüfung wird verzichtet.

Erfreulicherweise können Sie als Kunden heutzutage den neuen Versicherer auch mit der Durchführung der Kündigung und der Übermittlung des Nachweises zum neuen Versicherungsschutz beauftragen. Die Modalitäten werden in diesem Fall zügig zwischen den Anbietern geklärt, ohne dass sich Kunden selbst die Mühe machen müssen.

PKV Vertragsabschluss vor 2009 besonders schwierig bei Kündigungen

Dass der Abschluss einer privaten Krankenversicherung in den meisten Fällen fürs ganze Leben gilt, hat – wie wir gesehen haben, verschiedene gute Gründe. Deshalb fassen wir an dieser Stelle nochmals zusammen, welche Versicherten im eigenen Interesse am besten nicht die PKV kündigen sollten. Versicherungskunden zielen bei der Kündigung ihrer Verträge meist auf günstigere Preise, bessere Leistungen oder einen zusätzlichen Verhandlungsspielraum mit dem alten Anbieter ab. Dass beim PKV Kündigen die kompletten oder Teile der Altersrückstellungen wegfallen, ist aber das beste Argument gegen Wechsel. Wer Policen vor dem Jahr 2009 und damit vor der Korrektur der damaligen Rechtslage abgeschlossen hat, verliert die Rückstellungen beim Wechsel vollends. Und diese sind wichtig, mit die Beiträge im Alter nicht ausufern ansteigen.

Tarifwechsel statt unüberlegter Kündigung der PKV?

Wer nur die Beiträge senken möchte oder muss, kann dies durch den Umstieg auf einen Standardtarif erreichen, ohne gleich die PKV kündigen zu müssen. Im Gegenzug müssen Versicherte aber möglicherweise mit einem geringeren Leistungsumfang Vorlieb als beim bisherigen Tarif nehmen. Viele Jahre nach dem letzten Antrag steigen die Beiträge altersbedingt erheblich und auch der meist schlechtere körperliche oder psychische Gesundheitszustand wirkt sich nachteilig auf die Versicherungsprämie aus. Für den neuen Versicherer ist es unbedeutend, dass zuvor über viele Jahre eine Police bestand. Für den neuen Anbieter ist die Vorgeschichte des Antragstellers irrelevant, wie zu Beginn bereits erwähnt wurde.

Deutlich höhere Beitragszahlungen und Leistungsabstriche? Dies sind die wohl wichtigsten Gründe, die gegen die Kündigung bestehender Verträge sprechen. Insbesondere wenn versicherte Kunden inzwischen an schwerwiegenden Erkrankungen leiden, ist von Kündigen dringend abzuraten! Ein interner Wechsel des Tarifs kann sich hier eher anbieten.

Versicherungsanbieter können Policen ebenfalls kündigen

Dass Versicherer selbst die Verträge kündigen, ist übrigens unwahrscheinlich beziehungsweise nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Nicht gezahlte Beiträge jedenfalls werden nicht zur Auflösung des Vertrags führen. Kommt im Nachhinein indes heraus, dass Versicherungsnehmer bei den üblichen Gesundheitsfragen vor dem Vertragsabschluss Falschangaben gemacht haben oder ihrer Anzeigenpflicht im einen oder anderen Punkt nicht nachgekommen sind, ist dies ein Kündigungsgrund. Der Vorwurf lautet hier „arglistige Täuschung“. Versicherungsgesellschaften haben in diesem Fall das Recht zur Vertragskündigung mit einer einmonatigen Kündigungsfrist
Vertrag mit einer Frist von einem Monat zu kündigen. Innerhalb der ersten fünf Jahre der Laufzeit kann wegen eines nachgewiesenen Vorsatzes, binnen zehn Jahren bei der erwähnten Arglist gekündigt werden.

Falsche Angaben führen nicht zwingend zum Kündigungsrecht

Bewusst fehlerhafte Informationen im Antrag sind also wenig ratsam und können schwerwiegende Konsequenzen haben. Sind nachweislich weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit als Grund für falsche Angaben erkennbar, bleibt der Versicherungsschutz erhalten. Hier ist noch ein Punkt zu nennen. Kann bewiesen werden, dass wahrheitsgemäße Antworten auf die Gesundheitsfragen ebenso zum Vertragsabschluss geführt hätten, ändert dies ebenso nichts am Versicherungsschutz. Kündigen können Versicherer Verträge letztlich vor allem, wenn sich Kunden schwere Vertragsverletzungen zu Schulden kommen lässt. Hier greift das Recht zur außerordentlichen Kündigung. Die Folgen für den gekündigten Versicherungsnehmer sind akut. Sie können infolge solcher Auseinandersetzungen zwar am Ende der Verträge andernorts einen Vertrag erhalten, also lediglich einen Basistarif, welcher meist keine – vielleicht persönlich wichtigen – Extraleistungen umfasst.

Fazit zum Kündigen der PKV

Dass mancher Versicherte von Zeit zu Zeit aus Unzufriedenheit die PKV kündigen möchte, ist durchaus verständlich. Allerdings gibt es eine ganze Reihe Argumente, die gegen die tatsächliche Kündigung sprechen. Dass die Rückstellungen verloren gehen und somit im Alter deutlich höhere Beiträge drohen, ist das Hauptkriterium für den Erhalt laufender Verträge. Ganz davon abgesehen, dass gerade der Ausstieg aus der PKV in die GKV von einigen rechtlichen Hürden geprägt ist.

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